Die Busschule der Technischen Werke Kaiserslautern (TWK)

Oder: Machen Ziehharmonika-Busse Musik?

Oder: Machen Ziehharmonika-Busse Musik?

Auf die Plätze, fertig, los! Die Fünftklässler vom Albert-Schweitzer-Gymnasium sind quirlig, aufgeregt und können das Startzeichen kaum abwarten. Dann aber „auf ihn mit Gebrüll!“ Kreischend, schubsend und gar nicht zaghaft stürzen sie sich auf den Bus. Mit ihren Ranzen bleiben sie an der Tür und aneinander hängen. Unter normalen Umständen würde jetzt der Fahrer eingreifen, denn es sieht schon recht gefährlich aus, wie die teilweise sehr zart besaiteten Schülerinnen und Schüler vor der nur mit einem Flügel geöffneten Tür in einer Traube schier erdrückt werden. Heute aber ist dieses ungestüme Verhalten so gewollt. Nach etwa 90 Sekunden sitzen dann doch alle im Fahrzeug auf ihren Sitzen und der Projektleiter der TWK Hr. Strey stoppt die Zeit für den Durchlauf Einsteigen, wie man es nicht machen sollte. Beim zweiten Durchgang sollen die Neu-Gymnasiasten dann das zuvor im Unterricht Gelernte umsetzen: kein Drängeln, Einer nach dem Anderen, Ranzen abnehmen, Fahrkarte vorzeigen und am besten noch den Busfahrer grüßen. Diesmal macht es zwar weniger Spaß, so die Kinder unisono, aber es geht dafür tatsächlich schneller.Schon im dritten Jahr führten die TWK gemeinsam mit der RSW und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz in den fünften Klassen fast aller weiterführenden Schulen in Kaiserslautern die Busschule zum Schulbeginn durch. Dabei lernen die Kinder zunächst im Klassensaal, teilweise in lustigen Rollenspielen, wie man sich beim Busfahren richtig verhält. Nothämmer sind keine Souvenirs, Füße gehören nicht auf die Sitze, die Rucksäcke auf den Boden…In der zweiten Stunde dann noch der praktische Teil mit dem Bus. Am Messeplatz sollen die Schülerinnen und Schüler kognitiv verschiedene Verhaltensweisen erlernen. Schon beeindruckend, wie der 18-Meter-Gelenkbus das, am Gehwegrand postierte Gummihütchen überfährt.Von der Klassenlehrerin im Unterricht angekündigt darf die Vollbremsung natürlich nicht fehlen. Wegen der latenten Verletzungsgefahr etwas heikel zwar, aber vom Erfahrungswert unverzichtbar. Erst eine Bremsung bei Schritttempo, dann bei Tempo 20. Finger- bzw. Fußspitzengefühl gehört dazu, die Notbremsung so anzudeuten, dass die Kinder lernen welche Kräfte im Bus wirken ohne, dass sie sich dabei wehtun. Sie sollen erkennen, dass es allemal angeraten ist, sich beim Busfahren stets gut festzuhalten. Staunende Ausrufe erntet der halbgefüllte Wasserkanister, der von hinten durch den ganzen Bus nach vorne geschleudert wird.Auf dem Weg zurück zur Schule kommen dann noch viele Fragen: Wieviel PS hat so ein Bus? Wie lang ist der längste Bus der Welt? Wozu sind die Videokameras? Ach ja, dann war da noch die Frage: Machen Ziehharmonika-Busse eigentlich auch Musik?…